03.02.2010
Leipziger Neuseenland
Wer die Region um Leipzig noch aus früheren Tagen kennt, erinnert sich wohl zuerst an tiefe, weitläufige Tagebaulöcher der Braunkohleförderung, die wie riesige Pockennarben das Land zerfurchten. Schwere Maschinen und der all gegenwärtige Braunkohlestaub bestimmten die Region Leipzig. Doch nun erhält diese geschundene Landschaft ein ganz neues Gesicht.
Mit der Leipziger Neuseenlandschaft wird ein umfangreiches Wasser-Natur-Speicher- und Freizeitgebiet geschaffen. Insgesamt handelt es sich um 18 Seen, die aus den ehemaligen Tagebaurestlöchern nach und nach bis 2060 entstehen sollen. Die Idee ist nicht neu, so war für das Speicherbecken Witznitz bereits 1954 Flutungsende. Das Speicherbecken Borna, als Hochwasser- und Naturschutzgebiet angelegt, beinhaltet seit 1980 Fischzucht und wird von Natur belassenen Stränden gekennzeichnet.
Seit 1987 ist der Kulkwitzer See als Wassersport- und Freizeitzentrum in Betrieb. Allerdings wurde die Umstrukturierung der Region erst richtig in den letzen 15 Jahren voran getrieben. Die meisten der bisherigen Seen wurden im Zeitraum 1995 bis 2007 fertig gestellt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden 10 der geplanten 18 Seen ihrer Bestimmung zugeführt. Auf ca. 1900 ha Fläche erstrecken sich heute Hochwasser- und Naturschutzgebiete, Badeseen mit Campingplätzen und Wassersport- und Freizeitzentren, die mit Kanälen untereinander verbunden sind. Die weit verzweigten Wasserflächen mit ihren vielfältigen Möglichkeiten gehören aber auch zum Projekt „Leipzig für Olympia“. Die Stadt hat sich für die Sommerspiele 2012 beworben. Die vielen Sportanlagen wären sicher eine ideale Austragungsstätte der internationalen sportlichen Wettkämpfe.
Ein ganz besonderes Juwel der Seenlandschaft ist der, 2000 endgeflutete, Cospudener See. Seine vier Ufer wurden ganz unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechend gestaltet. Das Nordufer ist von einem Landschaftspark geprägt, an dessen Eingang ein Bergbaumuseum die Gäste begrüßt. Die Landschaftsachse, welche vom Eingang zum Strand führt, bringt die Besucher auch zum Aboretum und zum Wasserspielplatz.
Der Strand selbst reicht 70 m in die Tiefe und ist 1km lang. Strandpavillons für den Gästeservice, Schiffsanlegestelle, Minigolfanlage und eine Bühne sorgen für Zerstreuung.Das Ostufer, der Zörbiger Winkel, ist vor allem vom Wassersportzentrum und der 100m langen Marina geprägt. Über das Südufer, der Bistumshöhe, wacht ein Aussichtsturm, der bei guter Sicht den Blick auf Leipzigs Skyline, dem Freizeitpark Belantis und auf den gesamten See freigibt. Das Westufer gehört allein dem Naturschutz.
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